Slumdog Millionär – DVD Review

Zum Film:

Gibt es tatsächlich Prädestination oder höhere Gewalt? Für Jamal Malik (Dev Patel) entwickelt sich die Teilnahme an der beliebtesten Show Indiens zum wichtigsten Tag in seines ganzen Lebens. Nachdem er sich in meheren Happenings bis ans Ende der Gewinnleiter hochgekämpft hat, trennt ihn nur noch eine Frage bis zum 20-Millionen-Rupien-Hauptgewinn in Indiens TV-Rate- Glücksspiel “Wer wird Millionär?”. Doch wie konnte ein ein bettelarmer Heranwachsender aus den Slums von Mumbai es zur Teilnahme in dieser Revue schaffen? Und wie kann er ohne Schulbildung überhaupt diese zuweilen sehr schwierigen Fragen beantworten ? Hintergrund für die Teilnahme ist übrigens nur die Nachforschung seiner Jugendliebe, durch der er sich über die Wahrnehmung in den öffentlichen Medien und seinen daraus, resultierenden Bekanntheitsgrad, Hilfe bei Auffindung verspricht. Schafft er es,  seine verlorene, große Liebe Latika in der prometheischen Millionenmetropole Mumbai wiederzufinden?

DVD Infos:

Bonusmaterial ca. 100 Minuten:
- Interviews mit Dev Patel (Jamal)
- Freida Pinto (Latika)
- Madhur Mittal (Salim)
- Danny Boyle (Regie)
- Simon Beaufoy (Drehbuch)
- Christian Colson (Produzent)
- From Script to Screen: The Toilet Scene
- Deleted Scenes
- Slumdog Dreams: Danny Boyle and the Making Of Slumdog Millionaire
- Slumdog Cutdown/Jai Ho Remix
- Audiokommentar Danny Boyle und Dev Patel
- Audiokommentar Christian Colson und Simon Beaufoy
- Originaltrailer / Dt. Trailer
- Trailershow

Kritik:

“Das ganze Leben ist ein Quiz und wir sind nur die Kanditaten”, sang einst H.P. Kerkeling in einem seiner Blödel-Hits. Wie viel Wahrheit aber tatsächlich in diesem Spruch steckt, wird spätestens seit dem Drama Slumdog Millionär bewußt. Nachdem der Regisseur Dany Boyle bereits in bemerkenswerten Low -Budged-Produktionen, wie 28 Days Later, sein Können unter Beweiß stellen konnte, gelang ihm nun der absolute Durchbruch mit dieser doch meisterhaften Darbietung. Ihm gelingt nämlich eine perfekte Mischung an fast schon alltäglicher perverser Brutalität im täglichen Leben der Slumdogs auf der einen und jede Menge Lebensfreude und Humor, auf der anderen Seite. Ort der eigentlichen Handlung ist eine Bühnenshow vor Millionenpublikum, wo es zudem für den Gewinner um Millionen geht…

Während Jamal dem Moderator in der Show gegenüber sitzt, lässt er sein ganzes Leben noch einmal an sich Revue passieren. Zu jeder neuen Frage hat der junge Inder ein Deja Vu, an dem der Zuschauer die kommenden zwei Stunden teilhaben kann. Dabei werden teilweise haarsträubende Bilder aus dem Leben solcher Kids aus den indischen Slums gezeigt. Diese Welt besteht ausschließlich aus ständiger Angst, puren Überlebenskampf und dem Aufeinandertreffen mit Gewalt, Prostition und Drogen. Auch der Kinderhandel mit rücksichtslosen Geschäftemachern wird unverblümt dargestellt, nur in letzter Minute entkommen die beiden Brüder der Blendung und somit der lebenslangen Blindheit. Eine Methode, um Kinder beim professionellen Betteln vor den Touristenattraktionen, “effektiver” arbeiten zu lassen. Das ist nur ein Beispiel, der grausamen Veranschaulichung, welche auf uns Zeugen einwirken sollen, und ja die Effektivität ist exemplarisch!

Dass es am Ende letztendlich um die wahre Liebe geht, wird hier keinesfalls als dummer Kitsch empfunden. Auch wenn die Suche nach Latika die Story des Dramas wie ein roter Faden bis zum Ende verfolgt, stehen die sozialkritischen Elemente für den Regisseur Dany Boyle immer im Vordergrund. Neben den vielen gezeigten Rückschlägen und der scheinbar gandenloser Ausweglosigkeit für viele Kinder und Jugendliche in solchen Situationen, macht dieses Werk aber auch Hoffnung auf bessere Tage.

Fazit:

Slumdog Millionär konnte 2009 acht der zehn Oscar-Nominierungen in Siege umsetzen (wobei nur neun Siege wegen der Doppelnominierung in der Kategorie „Bester Song“ möglich waren). In allen vier Nominierungssparten für den Golden Globe Award wurde er ausgezeichnet, gewann den britischen BAFTA-Award und hat u. a. die British Independent Film Awards für die beste Regie, den besten Newcomer und den besten britischen Independentfilm erhalten. Und jeder, der Film gesehen hat, wird bestätigen müssen, besser kann man einen Film in diesem Genre wohl kaum umsetzen.

Bewertung: 10/10 (Kauftipp!)

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