Ring of Death
Der untadelige Burke Wyatt (Johnny Messner) hat es nicht leicht im Leben: Bei der Polizei ist er rausgeflogen, nachdem er einen Kinderschänder übel zurichtete, seine hübsche Frau Mary (Charlotte Ross) hat sich von ihm getrennt und der gemeinsame Sohn Tommy (Uriah Shelton) weiß nicht, ob er in seinem Vater noch ein Vorbild sehen kann. Völlig unvermittelt bekommt Burke Besuch von seinem Ex-Kollegen Steve (Derek Webster), der inzwischen fürs FBI arbeitet. Dieses versucht seit langem vergeblich, dem gerissenen Gefängnisdirektor Golan (Stacey Keach) Korruption nachweisen zu können.

Schlimmer noch: Golan soll im berüchtigten Cainesville-Knast Gladiatorenkämpfe veranstalten, die gegen Gebühr live via Internet übertragen werden und nicht selten mit dem Tod eines der Kämpfer enden! Burke soll deshalb als vermeintlicher Schwerverbrecher ins Gefängnis eingeschleust werden und undercover ermitteln. Zwar versichert ihm Steve die volle Unterstützung des FBI und Schutz für seine Familie. Doch schon rasch stellt sich die Bauernschläue Golans heraus, der die wahre Identität hinter Burke herausfindet und ein probates Mittel einsetzt, um ihn zu einem Kampf auf Leben und Tod gegen den Champion der Gladiatoren zu motivieren …
Kritik: Zumindest die Schubladisierung von „Ring of Death“ fällt extrem leicht. Bereits auf den ersten Blick wird klar, womit man es zu tun hat: Einem fürs US-Fernsehen produzierten Actionreißer der B-Kategorie. Entsprechend billig kommen Ausstattung und „Spezialeffekte“ daher. Die Schauspielerriege setzt sich aus eher unbekannten Darstellern zusammen, mit zwei Ausnahmen: Hauptdarsteller Johnny Messner, der immerhin in drei Bruce-Willis-Filmen zu bewundern war, und vor allem dem großartigen Stacy Keach. Der inzwischen fast 70-jährige Haudegen alleine rechtfertigt das Konsumieren des eher simplen Streifens: Lustvoll verkörpert der als Privatdetektiv Mike Hammer bekannte Amerikaner den korrupten und sadistischen Gefängnisdirektor.
Die übrigen Darsteller werden meist auf Stichwortgeber reduziert und fallen nicht weiter auf. Doch um Kunst geht es in solchen Filmen ohnehin nicht. Oberste Priorität besitzt die Action, und die kann es sich mehr als sehen lassen. Für eine TV-Produktion geht es verblüffend hart zur Sache: Da krachen die Knochen, fliegen die Fäuste und zerbröseln die Zähne! Wer mit expliziten Gewaltdarstellungen Probleme hat, sollte diesen Streifen unbedingt meiden. Gleiches gilt für prüde Gemüter. Denn gemäß einer ungeschriebenen Regel setzen Filme umso mehr auf nackte Tatsachen, je dünner das Drehbuch ist. Gerade anhand von „Ring of Death“ lässt sich diese Regel sehr schön nachvollziehen. Kaum eine Gelegenheit wird ausgelassen, die Brüstekarte zu ziehen.
Was die Handlung selbst betrifft, so ist Subtilität deren Stärke nicht. Fast sämtliche Gefängnisklischees werden wunderbar bedient, Reiche werden ausschließlich als dekadente und unmoralische Perverslinge präsentiert und Frauen dienen lediglich als Blickfang und Ablenkung von den Plotholes.
Macht der Film dennoch Spaß? Ja! Man streiche einfach Ansprüche wie ein durchdachtes Drehbuch, Spannung oder gute Charakterisierungen und erhält einen durchaus unterhaltsamen B-Film der offenen Art. Denn „Ring of Death“ macht von Anfang an kein Hehl aus seinem vorhersehbaren 08/15-Plot. Aufgepeppt werden die rohen Faustkämpfe durch den einen oder anderen One-Liner. Durch seine relativ kurze Laufzeit von knapp 80 Minuten bietet sich der Actionreißer als idealen Popcorn-Film an, wenn gerade nichts Besseres im Fernsehen läuft oder man die heimische DVD-Sammlung bereits durch hat.
Fazit: Für Actionfans ein Muss, für Schöngeister ein „Nicht berühren!“-Film.
Bewertung: 3/5






